Wie alles begann…

Der Begriff der Pyrotechnik leitet sich von dem griechischen Wort für Feuer – „Pyros“ – ab und bezeichnet eine Technik, der eine explosiv ablaufende Verbrennung zugrunde liegt. Grundlage dafür ist das Schwarzpulver, dessen Bestandteile – Kohle, Schwefel und Salpeter – schon in der chinesischen Hau-Dynastie (25-250) bekannt waren und in der Sung-Zeit (960-1279) zum Feuerwerken genutzt wurden.

Doch erst aus dem 13. Jahrhundert stammende Nachweise belegen die Erfindung des Schwarzpulvers. So beschreibt der englische Mönch Roger Bacon 1242 in seinem Werk „Opus Majus“ die Herstellung von Schwarzpulver. Hundert Jahre später hatte man bereits gelernt, die Wirkung der Flammen mithilfe von Schwärmern und Raketen zu verstärken. Von Italien aus verbreitete sich schließlich die Tradition, größere Veranstaltungen mit einem bunten Feuerwerk geschickt in Szene zu setzen. Selbst Komponisten wie Georg Friedrich Händel fühlten sich durch solche Ereignisse inspiriert – seine „Feuerwerksmusik“ gehört heute zu den berühmtesten Stücken seiner Zeit.

Heute zählen zum Repertoire der Pyrotechnik jedoch nicht nur spektakuläre Riesen-Feuerwerke. Mit der Entwicklung der Kleinfeuerwerksartikel ist die Kunst des Feuers für jedermann erschwinglich und handhabbar geworden – und als traditionelles Vergnügen zu Silvester nicht mehr wegzudenken. Doch auch in anderen Ländern gibt es Tage, an denen mit Raketen und bunten Leuchtfeuern gefeiert wird: so zum Beispiel in Südeuropa zu Ostern, in China zum Neujahrsfest, in Großbritannien zum „Guy-Fawkes-Day“ am 5. November, in Frankreich alljährlich am 14. Juli in Gedenken an den „Sturm auf die Bastille“, in der Schweiz am Nationalfeiertag am 1. August und nicht zuletzt in den USA am 4. Juli, dem „Independence Day“.

Doch ganz gleich, wo gefeiert wird – die Kunst der Pyrotechnik ist längst kein Geheimnis mehr, sondern ein tiefer Griff in die Chemikalienkiste: So entstehen beispielsweise grüne Flammen mit Bariumsalzen, rote durch Strontiumsalze und silberne Funken durch Zugabe von Aluminium oder Magnesium … und so weiter. Aber auch wenn die Geheimnisse der Pyrotechnik längst gelüftet sind, so sind doch die vielfältig bunten Farbeffekte am dunklen Nachthimmel immer wieder ein unvergessliches Erlebnis.

(Quelle: Verband der pyrotechnischen Industrie Deutschland, VPI)